Für wen
Der Artikel, ohne die Seite drumherum
Das Beiwerk einer Seite ist nicht nur optischer Ballast – es ist Text, den ein Screenreader vorliest und den ein Mensch überspringen muss. Das Clip-Fenster zeigt den Artikel für sich allein, im hellen oder dunklen Thema Ihres Browsers, und in ihm läuft kein Skript der Seite.
Was vor dem Text steht
Bis der erste Satz eines Artikels erreicht ist, liegen oft hundert Elemente davor: Sprungmarken, Hauptmenü, Untermenü, Cookie-Dialog, Newsletter-Hinweis und eine Leiste mit Teilen-Schaltflächen. Mit der Tastatur bedeutet das dutzende Anschläge, mit einem Screenreader eine Minute Vorlesen, bevor der Inhalt beginnt. Auf der nächsten Seite derselben Website beginnt dieselbe Strecke von vorn.
Auch während des Lesens bleibt es unruhig. Ein nachgeladener Werbeblock verschiebt den Text unter dem Finger, ein Dialog fängt den Fokus ein, eine feste Kopfleiste verdeckt genau die Zeile, zu der ein Sprungziel geführt hat. Der Lesemodus des Browsers hilft manchmal, aber er greift nicht überall und verliert dabei gern Tabellen und Code.
Beim Vergrößern wird es oft schlimmer statt besser. Auf 200 Prozent klappt manche Seite in eine Ansicht um, in der der Inhalt hinter einer Menüschaltfläche verschwindet, und Spalten schieben sich übereinander. Der Clip ist dagegen eine einzige Spalte Text: Er folgt dem Zoom des Browsers, und die gespeicherte .md-Datei öffnen Sie in Ihrem eigenen Leseprogramm, wo Schrift, Größe, Zeilenabstand und Kontrast Ihre Entscheidung sind und nicht die der Website.
Was das Fenster zeigt
- Der Lesemodus zeigt den Clip als gewöhnlichen Text, ohne Markdown-Zeichen
- Menüs, Banner und Teilen-Leisten sind vorher entfernt, es gibt nichts zu überspringen
- Im Clip-Fenster läuft kein Skript der Seite – nichts lädt nach und nichts verschiebt sich beim Lesen
- Das Fenster folgt der hellen oder dunklen Einstellung Ihres Browsers, ohne eigenen Schalter
- Alt+Shift+M erfasst über die Tastatur, und die Schaltflächen im Fenster sind mit Tab erreichbar
- Die gespeicherte Datei ist schlichter Text, den jedes Hilfsmittel und jedes Leseprogramm liest
- In der Datei bestimmen Sie Schrift, Größe, Zeilenabstand und Kontrast – nicht mehr die Website
- Die Überschriftenebenen des Artikeltextes bleiben erhalten, sodass die Sprungnavigation eines Leseprogramms greift
Erklärung zur Barrierefreiheit Diese Website ist teilweise mit den Anforderungen der BITV 2.0 vereinbar. Nicht barrierefreie Inhalte Die festgestellten Abweichungen sind unten aufgeführt, jeweils mit der Seite, auf der sie geprüft wurden.
Ruhig lesen einrichten
Zwei Wege: sofort im Clip-Fenster lesen oder die Datei im eigenen Leseprogramm öffnen. Fünf Schritte richten beide ein, und alle lassen sich mit der Tastatur erledigen.
- Drücken Sie auf der Seite Alt+Shift+M. Das Tastenkürzel erfasst, ohne dass Sie das Symbol in der Leiste ansteuern müssen – auf einer Seite mit hundert Elementen vor dem Inhalt ist das der kürzeste Weg.
- Schalten Sie im Fenster auf den Lesemodus. Er zeigt den Text ohne Markdown-Zeichen, also ohne Sternchen und Rauten, die ein Screenreader sonst mitliest; die Schaltflächen im Fenster erreichen Sie mit Tab.
- Vergrößern Sie das Fenster und stellen Sie den Zoom des Browsers so ein, wie Sie ihn brauchen. Im Clip-Fenster läuft kein Skript der Seite, es lädt also nichts nach und es schiebt sich nichts zwischen die Absätze.
- Stellen Sie in den Einstellungen Bilder auf „weglassen“, wenn Abbildungen ohne Alternativtext stören. Fehlt der Alternativtext auf der Seite, fehlt er auch im Clip – die Erweiterung erfindet keinen.
- Speichern Sie den Text als
.md, wenn Sie ihn in Ihrem eigenen Leseprogramm weiterlesen wollen. Dort bestimmen Sie Schrift, Größe, Zeilenabstand und Kontrast, und die Datei bleibt auch ohne Netz lesbar.
Einstellungen für ruhiges Lesen
Die Werte zielen darauf, dass zwischen Ihnen und dem ersten Satz nichts mehr steht. Was danach kommt, entscheidet Ihr eigenes Leseprogramm.
| Einstellung | Wert | Warum gerade so |
|---|---|---|
| Tastenkürzel | `Alt+Shift+M` | Erfasst ohne den Weg über die Symbolleiste – auf einer Seite mit hundert Elementen vor dem Inhalt ist das der kürzeste Weg |
| Klick auf das Symbol | Vorschaufenster | Nur dort gibt es den Lesemodus; ohne Fenster wird die Datei geschrieben, aber nichts angezeigt |
| Ansicht im Fenster | Lesemodus | Zeigt den Text ohne Sternchen und Rauten, die ein Screenreader sonst mitliest |
| Bilder | `weglassen` | Ein Bild ohne Alternativtext bleibt auch im Clip ohne Alternativtext; ohne Bilder bleibt keine stumme Fläche zurück |
| Frontmatter | `title`, `source` | Zwei Zeilen am Anfang statt eines Blocks, den ein Leseprogramm vor dem Text vorliest |
| Zielordner | ein Ordner, den Ihr Leseprogramm öffnet | Dort bestimmen Sie Schrift, Größe, Zeilenabstand und Kontrast selbst |
--- title: "Prüfschritt 9.1.1.1a – Alternativtexte für Bedienelemente" source: "https://www.bitvtest.de/pruefschritt/bitv-20-web/9-1-1-1a" extraction: "dom" --- ## Was wird geprüft Bedienelemente, die als Grafik umgesetzt sind, benötigen einen Alternativtext, der ihre Funktion benennt – nicht ihr Aussehen.  | Bewertung | Bedingung | | --- | --- | | erfüllt | Alle grafischen Bedienelemente haben einen Alternativtext | | teilweise | Einzelne Elemente ohne Alternativtext |
Drei Arten, es zu benutzen
Einen langen Artikel ohne Unterbrechung lesen
Auf einer Nachrichtenseite liegen Sprungmarken, Hauptmenü, Cookie-Dialog und eine Teilen-Leiste vor dem ersten Satz. Ein Druck auf Alt+Shift+M, dann der Lesemodus – und was übrig bleibt, ist der Artikel in einer Spalte.
Während des Lesens verschiebt sich nichts mehr, weil im Clip-Fenster kein Skript der Seite läuft: Kein Werbeblock lädt nach, kein Dialog fängt den Fokus ein, keine feste Kopfleiste verdeckt eine Zeile. Das Fenster folgt dabei der hellen oder dunklen Einstellung Ihres Browsers, ohne dass Sie etwas umstellen.
Text ins eigene Leseprogramm übernehmen
Manche Texte liest man besser mit eigener Schrift, eigenem Zeilenabstand und eigenem Kontrast. Sie speichern den Clip als .md-Datei in einen Ordner, den Ihr Leseprogramm öffnet.
Dort gilt Ihre Einstellung und nicht die der Website, und die Überschriftenebenen bleiben erhalten, sodass die Sprungnavigation greift. Vorgelesen wird dabei von Ihrem eigenen Hilfsmittel – die Erweiterung liest nichts vor und ersetzt keinen Screenreader.
Eine Seite prüfen, deren Struktur zweifelhaft ist
Wenn ein Clip nur aus Linkbeschriftungen besteht oder die Erweiterung „kein Artikel“ meldet, sagt das etwas über die Seite: Dort steht kein zusammenhängender Textkörper, den ein Werkzeug finden könnte.
Ein Bild ohne Alternativtext kommt ebenfalls als leere Klammer an, statt dass eine Beschreibung erfunden wird. Das macht sichtbar, was auf der Seite fehlt – ersetzt aber keine Prüfung nach BITV oder WCAG und ist kein Prüfbericht.
Gegen die üblichen Wege
Es gibt eingeführte Wege, eine Seite ruhiger zu machen, und jeder greift an einer anderen Stelle. Die letzte Zeile nennt auch, was hier nicht geht.
| Weg | Was dabei herauskommt | Was es kostet |
|---|---|---|
| Lesemodus des Browsers | Der Artikel in einer Spalte, mit einem Klick | Greift nicht auf jeder Seite, verliert häufig Tabellen und Code, und nichts davon lässt sich speichern |
| Werbe- und Bannerfilter | Ruhigere Seiten überall, dauerhaft | Das Grundgerüst der Seite bleibt: Menüs, Sprungmarken und Teilen-Leisten stehen weiter vor dem Text |
| Eigenes Stylesheet oder Zoom | Volle Kontrolle über die Darstellung | Auf 200 Prozent klappen viele Seiten in eine Ansicht um, in der der Inhalt hinter einer Schaltfläche verschwindet |
| Text markieren und in einen Editor kopieren | Der Text in Ihrer eigenen Umgebung | Menü und Beiwerk kommen mit, und die Struktur – Überschriften, Listen, Tabellen – geht dabei meist verloren |
| Clean Clipper | Der Artikel im Lesemodus, ohne Skripte, dazu eine `.md`-Datei für Ihr Leseprogramm | Liest nichts vor, erfindet keine Alternativtexte, ersetzt keine Prüfung – und auf `chrome://` läuft es nicht |
Wenn das Lesen stockt
Warum steht bei einem Bild keine Beschreibung?
Weil die Seite keine liefert. Der Alternativtext wird übernommen, wenn er da ist, und bleibt leer, wenn er fehlt – erfunden wird keiner, denn eine falsche Beschreibung ist irreführender als eine fehlende. Wenn leere Bildstellen stören, stellen Sie Bilder auf „weglassen“.
Das Tastenkürzel tut nichts
Prüfen Sie zuerst, auf welcher Seite Sie stehen: Auf Seiten, die der Browser schützt – chrome:// und der Erweiterungsstore selbst –, läuft die Erweiterung gar nicht, und daran ändert kein Tastenkürzel etwas. Sonst kann das Kürzel mit einem anderen belegt sein; die Tastenkürzel für Erweiterungen verwaltet der Browser in seinen eigenen Einstellungen.
Der Screenreader liest Sternchen und Rauten mit
Dann ist die Markdown-Ansicht aktiv und nicht der Lesemodus. Der Lesemodus zeigt denselben Clip als gewöhnlichen Text, ohne die Zeichen, die die Auszeichnung bilden. Der Umschalter im Fenster ist mit Tab erreichbar.
Die Erweiterung meldet „kein Artikel“
Dann besteht die Seite überwiegend aus Linkbeschriftungen – ein Feed, eine Übersicht, eine Trefferliste. Die Erweiterung verweigert, wenn mehr als ein Viertel des fertigen Markdowns in Links sitzt, statt Ihnen dreihundert Links vorzusetzen. Öffnen Sie den einzelnen Beitrag und erfassen Sie dort.
Was es nicht tut
Es liest nichts vor und ersetzt keinen Screenreader: Es erzeugt sauberen Text, mit dem Ihr eigenes Hilfsmittel arbeitet. Es repariert keine Website – Alternativtexte, die auf der Seite fehlen, fehlen auch im Clip, und was als Bild geschrieben ist, bleibt ein Bild. Es macht keine Seite barrierefrei, die es nicht ist, und ersetzt keine Prüfung nach BITV oder WCAG. Und auf Seiten, die der Browser schützt, etwa chrome://, läuft es gar nicht.