Für wen
Aufsätze mit dem echten Erscheinungsdatum
Ein gespeicherter Aufsatz ohne sein Erscheinungsdatum wird zu einem Beleg, den Sie später rekonstruieren müssen. Die Erweiterung liest das Datum aus den Metadaten der Seite, statt es im Text zu suchen, und lässt das Feld leer, wenn die Seite keines trägt. Verweise werden zu echten Markdown-Fußnoten, deren Definitionen am Ende der Datei stehen.
Wo ein Beleg verloren geht
Der Moment, in dem eine Quelle unbrauchbar wird, ist fast immer derselbe: Sie soll belegt werden. Der Clip trägt einen ungefähren Titel, keine Adresse und ein Datum, das der Tag Ihrer Lektüre war. Also öffnen Sie den Browser wieder, um den Aufsatz zu suchen, nur ist er umgezogen oder liegt hinter einem Zugang, den Sie nicht mehr haben. Die Notiz existiert und beweist nichts.
Die zweite Bruchstelle sind die Fußnoten. Ein wissenschaftlicher Text steckt ebenso sehr in seinen Verweisen wie in seinem Fließtext, und die meisten Konverter machen daraus tote Anker, die auf eine längst verlassene Seite zeigen. Die Nummern bleiben im Text stehen, die Definitionen sind weg, und was der dritte Verweis belegen sollte, lässt sich nicht mehr sagen.
Am hartnäckigsten ist das Datum, weil es meist gar nicht dort steht, wo man es abschreibt. Auf vielen Repositoriumsseiten trägt der sichtbare Text das Datum der Einstellung in den Server, während das Erscheinungsdatum nur in den Meta-Tags steht – citation_date und citation_publication_date, die Felder, die arXiv, PubMed und IEEE ausgeben. Wer vom Bildschirm abschreibt, übernimmt deshalb systematisch das falsche der beiden, und bei einem Preprint kommt hinzu, dass die Fassungsnummer in der Adresse steckt und beim Kopieren als Erstes verschwindet.
Was die Notiz behält
- Liest
citation_dateundcitation_publication_date– die Meta-Tags, die arXiv, PubMed und IEEE ausgeben - Dazu JSON-LD
datePublished,article:published_time,time[datetime]und Unix-Stempel - Kein Datum auf der Seite heißt leeres Feld, niemals das Datum des heutigen Tages
- Verweise werden zu
[^1]-Fußnoten, deren Definitionen am Ende der Datei gesammelt stehen - Der Autor wird gefiltert: Rubriktitel und Beschriftungen von Schaltflächen landen nicht im Feld author
- Die Quelladresse steht im Frontmatter, die Notiz bleibt damit für sich allein zitierfähig
- Das Feld
extractionhält fest, ob der Text aus dem gerenderten DOM kam oder aus den strukturierten Daten der Seite - Bei gleichem Dateinamen wird eine Zahl angehängt – die Fassung, die Sie einmal zitiert haben, wird nicht überschrieben
--- title: "Schwache Bindungen und die Verbreitung von Information" source: "https://www.ssoar.info/ssoar/handle/document/62145" published: "2019-06-03" extraction: "dom" --- Schwache Bindungen tragen einen überproportionalen Anteil der neuen Information, die in einem Netzwerk zirkuliert.[^1] [^1]: Granovetter, M. (1973): The Strength of Weak Ties.
Einen Aufsatz sauber ablegen
Der Unterschied zwischen einer Notiz und einem Beleg entsteht in zwei Feldern: source und published. Die folgenden sechs Schritte sorgen dafür, dass beide gefüllt sind, bevor die Datei geschrieben wird.
- Legen Sie in den Einstellungen einen Zielordner pro Vorhaben an, etwa
Literatur/Netzwerke. Eine Literaturübersicht, die in einem eigenen Ordner liegt, lässt sich am Ende im Volltext durchsuchen, ohne dass alles andere mitgefunden wird. - Setzen Sie die Namensvorlage auf
{date}-{title}. Das Datum vorn ist hier das des Clips; das Erscheinungsdatum bleibt als eigenes Feld im Frontmatter stehen, und die beiden zu verwechseln ist der häufigste Fehler in einer gewachsenen Sammlung. - Behalten Sie im Frontmatter alle fünf Felder –
title,source,author,published,extraction. Bei einem Beleg ist jedes davon einmal die Angabe, die gefehlt hätte, und zusammen kosten sie fünf Zeilen. - Erfassen Sie den Aufsatz auf der Seite, auf der Sie ihn lesen, auch hinter einem bereits geöffneten Hochschulzugang. Die Erweiterung liest die Seite, die Ihr Browser gerendert hat; eine zweite Anmeldung findet nicht statt.
- Prüfen Sie im Fenster, ob
publishedgefüllt ist. Ist es leer, trägt die Seite kein maschinenlesbares Datum – dann tragen Sie es von Hand nach, statt sich später auf ein Feld zu verlassen, das nie gefüllt war. - Scrollen Sie im Lesemodus ans Ende und sehen Sie nach, ob die Fußnotendefinitionen dort stehen. Bleiben die Nummern im Text ohne Definitionen zurück, ist die Seite eine der wenigen, bei denen die Verweise nicht als Anker ausgezeichnet sind, und Sie erfassen den Literaturteil zusätzlich als eigene Auswahl.
Einstellungen für Literaturarbeit
Die Belegung ist auf Nachweisbarkeit ausgelegt, nicht auf Kürze: lieber ein Feld zu viel als der Nachmittag, an dem eine Quelle rekonstruiert werden muss. Bilder bleiben an, weil Abbildungen in Aufsätzen oft die Aussage tragen.
| Einstellung | Wert | Warum gerade so |
|---|---|---|
| Klick auf das Symbol | Vorschaufenster | Nur dort sehen Sie vor dem Speichern, ob `published` gefüllt ist und die Fußnoten am Ende stehen |
| Namensvorlage | `{date}-{title}` | Das Datum des Clips im Namen, das Erscheinungsdatum im Feld – die Verwechslung der beiden ist der teuerste Fehler in einer Sammlung |
| Frontmatter | alle fünf Felder | Jedes davon ist einmal genau die Angabe, die beim Nachweisen gefehlt hätte |
| Bilder | `behalten` | Abbildungen und Diagramme tragen in Aufsätzen oft die Aussage; als Link bleiben sie wenigstens auffindbar |
| Zielordner | `Literatur/<Vorhaben>` | Ein Ordner pro Vorhaben lässt sich am Ende im Volltext durchsuchen, ohne dass alles andere mitkommt |
| Regel für Website | Muster `ssoar.info` → Unterordner `Literatur/Repositorien` | Repositoriumsseiten liefern die verlässlichsten Metadaten und lohnen eine eigene Ablage |
--- title: "Deliberation" source: "https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17223/deliberation/" author: "" published: "" extraction: "dom" --- Deliberation bezeichnet das abwägende Beraten, bei dem Beteiligte ihre Gründe offenlegen und Geltung nur beanspruchen können, soweit sie begründet ist.[^1] [^1]: Vgl. den Eintrag „Öffentlichkeit“ im selben Lexikon.
Drei Lagen aus der Praxis
Eine Literaturübersicht in einem Ordner aufbauen
Vierzig Titel sollen gesichtet werden, und die Hälfte davon fällt beim Lesen wieder heraus. Sie erfassen jeden Aufsatz beim Lesen in Literatur/Netzwerke, mit {date}-{title} im Namen, und behalten alle fünf Frontmatter-Felder.
Am Ende ist der Ordner die Übersicht: Die Volltextsuche des Systems geht durch alle Dateien, weil es Textdateien sind, und jede trägt ihre Adresse und ihr Erscheinungsdatum. Was aussortiert wurde, bleibt liegen und lässt sich später begründen, ohne den Aufsatz noch einmal zu beschaffen.
Eine Passage mitsamt ihrem Beleg sichern
Sie brauchen einen Absatz und die Fußnote, die ihn stützt – nicht den ganzen Aufsatz. Markieren Sie den Absatz auf der Seite und erfassen Sie die Auswahl; das Frontmatter wird geschrieben wie bei einer ganzen Seite, samt Adresse und Datum.
Die Verweise im markierten Bereich werden zu [^1]-Fußnoten, deren Definitionen am Ende der Datei stehen. Das ist der Unterschied zu einem gewöhnlichen Konverter, bei dem die Nummer im Text bleibt und der Anker auf eine Seite zeigt, die Sie längst verlassen haben.
Eine Quelle sichern, deren Zugang endet
Ein Zugang über die Hochschule läuft mit dem Abschluss aus, und was Sie danach zitieren wollen, muss vorher auf Ihrer Festplatte liegen. Die Erweiterung erfasst die Seite, die Ihr Browser nach der Anmeldung gerendert hat, also genau das, was Sie sehen.
Gespeichert wird der HTML-Text, nicht das PDF – bei Zeitschriften, die den Volltext nur als PDF ausliefern, bleibt es deshalb bei Zusammenfassung und Metadaten. Das ist eine Grenze, die man vor dem Auslaufen des Zugangs kennen sollte und nicht danach.
Gegen die üblichen Wege
Für Belegarbeit gibt es eingeführte Werkzeuge, und die meisten lösen eine andere Aufgabe als diese Erweiterung. Die letzte Zeile nennt auch, wo dieser Weg endet.
| Weg | Was dabei herauskommt | Was es kostet |
|---|---|---|
| Seite als PDF drucken | Ein Abbild der Seite mit ihrem Aussehen | Der Text ist nur eingeschränkt durchsuchbar, Fußnoten werden zu Seitenverweisen, und die Metadaten stehen nirgends als Feld |
| Connector einer Literaturverwaltung | Ein Datensatz mit Feldern und Zitierstil | Der Volltext bleibt oft außen vor, und der Datensatz hängt an einem Programm und seiner Datenbank |
| Lesezeichen mit Notiz | Ein Link und ein Stichwort | Umzüge, Bezahlschranken und ausgelaufene Zugänge machen den Link wertlos, und ein Datum trägt er nie |
| Absatz abtippen | Genau der Text, den Sie brauchen | Zeit, dazu eigene Übertragungsfehler, und die Fußnoten kommen nicht mit |
| Clean Clipper | Markdown mit Adresse, Datum, Autor und echten Fußnoten | Kein BibTeX, kein RIS, kein Zitierstil; kein PDF-Volltext, sondern die HTML-Seite, die vor Ihnen liegt |
Wenn der Beleg nicht trägt
Warum ist published leer, obwohl auf der Seite ein Datum steht?
Weil dieses Datum nur im Fließtext steht und nirgends maschinenlesbar. Gelesen werden JSON-LD datePublished, article:published_time, citation_date, citation_publication_date, time[datetime] und Unix-Stempel – findet sich keines davon, bleibt das Feld leer. Das Feld mit dem Tag der Erfassung zu füllen wäre schlimmer: Dann steht ein falsches Datum in der Sammlung, und nichts weist später darauf hin.
Warum bleibt author leer, obwohl unter dem Titel ein Name steht?
Weil die Erweiterung Autorennamen aus strukturierten Daten und ausgezeichneten Autorenzeilen liest und Treffer verwirft, die typische Fehlerquellen sind – Rubriktitel, Namen von Medien, Beschriftungen von Schaltflächen. Ein Name, der nur als gewöhnlicher Absatz gesetzt ist, wird dabei nicht erkannt. Eine falsche Zuschreibung wäre teurer als eine fehlende, weil sie niemand nachprüft.
Warum fehlt die Formel im erfassten Text?
Weil sie als Bild ausgeliefert wird. Textformeln kommen mit, Formeln als Grafik bleiben Bildlinks auf die ursprüngliche Website – und ganz weg, wenn Sie Bilder auf „weglassen“ gestellt haben. Bei Aufsätzen mit vielen Formeln lohnt es sich deshalb, Bilder anzulassen.
Warum habe ich nur die Zusammenfassung und nicht den Volltext?
Weil auf der HTML-Seite nur die Zusammenfassung steht und der Volltext im PDF liegt. Die Erweiterung erfasst die Seite, die Sie vor sich haben, und lädt keine verlinkten Dateien herunter. Öffnet die Zeitschrift eine HTML-Fassung des Volltextes, erfassen Sie diese Seite; sonst bleibt das PDF ein eigener Download.
Was es nicht tut
Es erzeugt keinen formatierten Literaturnachweis: kein BibTeX, kein RIS, keinen Zitierstil – das Frontmatter liefert die rohen Felder, die Formatierung bleibt Sache Ihrer Literaturverwaltung. Es lädt das PDF eines Aufsatzes nicht herunter, es erfasst die HTML-Seite, die Sie vor sich haben. Es errät kein fehlendes Datum, und in manchen Korpora fehlt es häufig: Das ist eine Eigenschaft der Websites, nicht der Extraktion. Formeln, die als Bild ausgeliefert werden, bleiben Bilder und damit Links auf die ursprüngliche Website.
Fragen
Was passiert, wenn die Seite kein Erscheinungsdatum trägt?
Funktionieren Fußnoten nach dem Erfassen noch?
Lässt sich ein Aufsatz hinter einem Hochschulzugang erfassen?
Ersetzt das Zotero?
Kann ich nur den Abschnitt behalten, der mich interessiert?
Werden die Metadaten von arXiv und PubMed gelesen?
citation_date und citation_publication_date sind die Meta-Tags, die diese Repositorien ausgeben, und beide werden ausgewertet. Auf solchen Seiten ist das Erscheinungsdatum deshalb deutlich verlässlicher als der Text, der oft das Datum der Einstellung zeigt.